Weinberatung Florian Boldt

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Madeira (WVLG013)

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Raus aufs Meer!

Wir begeben uns heute auf die Blumeninsel des ewigen Frühlings: Madeira. Von dort kommt ein weiterer traditionsreicher Weinstil Portugals, der in vielen Fällen leider ein Schattendasein als Kochwein fristet. Zu Unrecht, wie unsere kleine Verkostung zeigt.

Inhalt:

Die Legende erzählt, dass dieser Weinstil eher zufällig entstanden ist. Die portugisischen Schiffe auf den Weg von Europa/Madeira hatten u.a. auch ein paar Fässer Wein von Madeira geladen. Als die Schiffe mit den immer noch gefüllten Fässern in ihrem Heimathafen wieder ankamen, hat der Wein in der Hitze des Schiffsbauches in den luftdurchlässigen Holzfässern bei ständiger Bewegung eine (Ver-) Wandlung vollzogen. Diesen oxidativen Prozeß bei großer Wärme nennen wir heute Maderisierung. Das Ergebnis überzeugte anscheinend mehr als der Ausgangswein, weil er haltbarer war und wohl auch den Geschmack der Kunden traf. Auf kurz oder lang versuchte man die Bedingungen der Frachträume auf der Atlantikinsel nachzuahmen. Zunächst ein handwerklicher statischer Vorgang, bei dem man sich die Sonnenenergie direkt und den Dächern zu Nutze machte. Später wurde die Methode industrialisiert und wurde reproduzierbar im temperaturgeführten Stahltank nachvollzogen.

Heutzutage kennt man in Mitteleuropa Madeira fast nur noch als Kochwein. Was der Vielfalt an verschiedenen Stilen, der Tradition und der Qualität eigentlich nicht gerecht wird. Die Weine decken durch ihre Vielfalt eigentlich das ganze Spektrum der Speisenbegleitung ab; vom Aperitif bis zum Dessert.

Wer meinen Podcast finanziell unterstützen will kann das auf meiner Infoseite zur Unterstützung von und Teilnahme an meinem Podcasts machen – oder direkt bei:

Mit genussreichen Grüßen

Euer Florian

(Weinakademiker | WSET Diploma in Wine and Spirits)

Links zu mir:

Hintergrundinfos bei Wikipedia:

Wein #36: Tour des trois Lunes, Bordeaux AOC, 2012 (WVLG013)

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Kategorie(n): 2012 | Bordeaux | Cabernet Sauvignon | Frankreich | Merlot | Podcast | Rotwein | Stillwein | trocken | Wein der Woche

 

Meine Wertung:

Ein gut gemachter, kühl wirkender Bordeaux.

 


Preis: ca. 17€ | Alk.: 13,5 Vol.-% | 68% Merlot & 32% Cabernet Sauvignon | →Maison Sichel

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Wein #35: Justino Henriques, Madeira fine rich, 3yrs old (WVLG013)

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Kategorie(n): Ohne Jahrgang | Podcast | Portugal | Süßwein oder gespriteter Wein | Tinta Negra Mole

 

Meine Wertung:

Üppiger und süßer Madeira in Einstiegsqualität.


Preis: ca. 9€ | Alk.: 19,5 Vol.-% | →Jostino’s

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Wein #34: Justino Henriques, Madeira fine dry 3yrs old (WVLG013)

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Kategorie(n): Ohne Jahrgang | Podcast | Portugal | Süßwein oder gespriteter Wein | Tinta Negra Mole | Weißwein

Meine Wertung:

Schöner Einsiegs-Madeira mit typischen Aromen.


Preis: ca. 14€ | Alk.: 19,5 Vol.-% | Tinta Negra Mole | →Jostino’s

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Zwischen Agrotourismo und Superyachten

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Kategorie(n): Besuche | Italien | Sardinien

Sommerurlaub! Mitte Juli machte ich mich nach 10 Jahren wieder auf nach Sardinien. Bei unserem letzten Besuch verliebten wir uns in die Spaghetti all’ Aragosta von einem kleinen Restaurant in der Nähe von Porto Cervo. Wir sind seiner Zeit sogar extra nur zum Abend essen wegen diesen Nudeln nach Olbia geflogen. Die sind heute immer noch genau so gut. Damals hatte ich noch keinerlei Ahnung von Wein. Dieses Mal stand der sardische Wein also deutlich mehr im Mittelpunkt.

Die beiden Hauptdarsteller in der sardischen Weinbauszene sind Vermentino (weiß) und Cannonau (rot). Letzterer ist international eher bekannt als Grenache oder Garnacha. Jene Rebsorte die dieses Jahr auf der ProWein als neuer Hype ausgemacht wurde.

Auffällig war, dass in allen Restaurants die Weinkarten sehr fokussiert waren auf regionale Produkte. Es scheint völlig üblich zu sein, ein oder zwei Seiten nur mit Vermentino-Weinen zu füllen. Die Weine sind durchweg lecker und sehr gelungen. Meiner Meinung nach sind sie aber nicht so komplex, extrem qualitativ und unterschiedlich, dass dies von außen betrachtet Sinn machen würde.

Im Gegenteil: Die relativ neue DOCG (seit 1996) Vermentino di Gallura ist leider viel mehr ein gutes Negativbeispiel, dass das höchste Qualitätssiegel in Italien seinen Namen keine Ehre macht. Diese DOCG läßt sehr hohe Erträge zu, was man den Weinen auch allzu oft anschmeckt. Aber es scheint so, dass sich immer mehr Winzer der Qualitätssteigerung verschrieben haben und die weiten Regeln dieser DOCG nicht bis zum äußersten ausnutzen wollen. Es  bleibt spannend!