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Vorbereitungen sind abgeschlossen

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Kategorie(n): Interview | Podcast

Aufbruch zu den Podcast-Interviews!

Liebe Podcast-Hörer,

meine Vorbereitungen für die angekündigten Interviews im Rahmen meines Podcasts sind abgeschlossen. Ich habe keine Kosten und Mühen gescheut ;-), Euch interessante Gesprächspartner bieten zu können und fliege am Sonntag nach San Francisco. Anfang nächster Woche treffe ich mich dann mit meinen Interview-Partnern in den bekanntesten Weinanbaugebiete Kaliforniens Sonoma und Napa Valley. Ich bin schon sehr gespannt, wie es wird!

 

Genussvolle Grüße

Euer Florian

(Weinakademiker | WSET Diploma in Wine and Spirits)

Wein verstehen leicht gemacht #004: Warum dieser ROSÉwein genau so schmeckt!

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Und schon wieder drei Wochen vorüber und es wird langsam Zeit für neue Weine. Heute gibt’s die vorerst letzte Folge der Miniserie “Warum dieser Wein genau so schmeckt!” mit dem spannenden Thema Roséweine.

DIE 3 Key Facts dieser Episode:
  1. Roséwein ist per Definition keine Mischung aus Rot- und Weißwein
  2. Es gibt unterschiedliche Verfahren der Herstellung (Junganlagen, früher Abzug, Saignée)
  3. Es gibt eine große Bandbreite an Farbschattierungen abhängig von Rebsorte und Dauer des Schalenkontaktes (von blass rosa bis zwiebelschalenfarbig)

Roséweine jeglicher Art, sei es “normaler Stillwein”, Champagner oder sogar Portwein, ist das Marktsegment mit den größten Zuwachsraten in den letzten Jahren. Obwohl es einige Anbaugebiete gibt, in denen seit jeher Roséweine gekeltert wird, so wurde in Kalifornien Mitte der 1970er Jahre eine kleine Revolution eingeleitet. Mit den aus der sehr dunkelblauen Zinfandel-Rebe im Saignée-Verfahren gewonnenen Roséweine konnten neue Konsumentengruppen angesprochen werden (in erster Linie weibliche und junge Weintrinker). Im Laufe der letzten 20 Jahre wurde der Marktanteil von Rosés immer größer und galt/gilt, als ein starkes Zugpferd für den Weinabsatz.

Um auch bei den Rosés einen Überblick zu bekommen, wie breit aufgestellt sich die Stile präsentieren, verkosten wie heute einen der Klassiker (Tavel) und einen typischen jungen, fruchtbetonter Vertreter aus der Neuen Welt:

  1. Les Vignerons de Tavel; Les Lauzeraies; Tavel (südl. Rhône, Frankreich); 2016 ; 8,10€
  2. Delheim Pinotage Rosé; Stellenbosch, Südafrika; 2018; 7,90€

Es bestätigen Ausnahmen (wie bspw. Rosés von der südlichen Rhône oder der Provence) zwar die Regel, dass Roséweine nicht der aller ernsthafteste Wein ist und in den meisten Fällen nicht hohen Qualitätsanforderungen entsprechen kann. Das zeigt sich schon tendenziell an der angewendeten Kellertechnik: Das Saignée-Verfahren läßt Rosés als ein Nebenprodukt der Rotweinerzeugung entstehen, weil es zur Konzentration des Mostes eingesetzt wird. Dennoch haben sich Roséweine als Allrounder bei der Speisenbegleitung – insbesondere bei sommerlichen Grillpartys – gemacht und haben einen immer breitere Käuferschicht erobert. Es ist auch ein Kompromisswein, den sowohl dezidierte Weiß- als auch Rotweintrinker “akzeptieren”.

Genussreiche Grüße

Euer Florian
(Weinakademiker | WSET Diploma in Wine and Spirits)

Links zu Hintergrundinformationen bei Wikipedia:

Weine für die nächste Episode #005 (erscheint am 02.03.19):

Es gilt die Qualitätspyramide des VDP zu erkunden. Daher benötigen wir ausnahmsweise 3 Weine aus der gleichen Rebsorte (am besten Riesling oder Silvaner) von selben Weingut. Die Jahrgänge dürfen sich ruhig unterscheiden. Benötigt werden Gutswein, Erste Lage, Großes Gewächs. Ich habe mich für das Weingut Castell im Steigerwald (Franken) entschieden (zu beziehen bei Vinexus.de):

Wein verstehen leicht gemacht #003: Warum dieser ROTwein genau so schmeckt!

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Herzlich willkommen zur 3. Episode! Alle guten Dinge sind drei – dabei wird es aber nicht bleiben… Versprochen!

DIE drei Key Facts dieser Episode:
  1. Die Art der Vergärung und die Dauer des Schalenkontaktes bestimmt den Stil des Rotweins massgeblich
  2. Die Eichenart des verwendeten Holzes für die Barriquefässer macht einen geschmacklichen Unterschied 
  3. Längere Reifung in der Flasche oder im Fass rundet vor allem Rotweine wegen der Konglomeration der Tannine ab
Wie wir am spanischen Rotwein sehen, macht die verwendete Eichenart (bzw. dessen Herkunft) für das Holzfass manchmal eine spürbaren Unterschied und beeinflusst die Charakteristik des Weines. Typisch für in Amerikanischer Eiche ausgebaute Weine (und damit für den traditionellen spanischen Stil) ist der Duft nach gerösteten Kokosflocken (wie man sie für Kokosmakronen verwendet):

Diese Woche geht es nun darum, ein wenig das Koordinatensystem im Rotweinbereich abzustecken. Die Aromakategorien (primär, sekundär und tertiär) und die beiden Aspekte Säure/Zucker-Balance sowie oxidativer Holzfassausbau treffen natürlich genauso auf die Roten wie auf die Weißen zu; und letzteres spielt hier oft eine noch wichtigere Rolle. Der Unterschied in der Herstellung (konkret: wie und mit welcher Intensität der Farbstoff inkl. der Gerbstoffe und Aromen aus der Schalenhaut extrahiert wird, macht den Ausschlag, welche Farbe und welchen Stil der Wein am Ende haben wird. Die Art der Vergärung eröffnet dem Winzer viele weitere Stellschrauben, den Stil des Rotweines zu beeinflussen bzw. zu steuern.

Beim Rotwein fällt dem Sauerstoffkontakt des jungen Weines während dem Holzfassausbau noch eine weitere wichtige Aufgabe zu: Die Reifung der Tannine bzw. Gerbstoffe aus der Traubenschale (und ggf. aus dem Gerüst/Stengel/Butzen und Kernen). Gereifte Tannine wirken weniger straff, hinterlassen ein nicht so rassiges, trockenes Mundgefühl, sondern lassen diese samtiger, weicher, geschliffener erscheinen. Dieser Prozess geht bei längerem Flaschenlager (vornehmlich wenn Naturkork als Verschluss gewählt wird) natürlich weiter und bildet schließlich das Depot (wie man es bspw. von alten Bordeaux- und Portweinen kennt).

Genußreiche Grüße

Euer Florian

(Weinakademiker | WSET Diploma in Wine and Spirits)

Hintergundwissen zur Folge (hauptsächlich aus Wikipedia):
Links zu mir:
Wer bei der nächsten Verkostung (die Episode #004 erscheint am 09.02.19) wieder mitmachen möchte, besorgt sich am besten folgende Weine (beide bei jacovin.de):
  1. leichter, junger, fruchtiger Rosé aus der Neuen Welt: Delheim Pinotage Rosé; 2018; Südafrika; 7,90€
  2. kräftiger, körperreicher Tavel: Les Vignerons de Tavel; Tavel Rosé; Les Lauzeraies; 2016; Frankreich (Rhône); 8,10€

Wein verstehen leicht gemacht #002: Warum dieser WEISSwein genau so schmeckt!

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Schön, dass Du wieder da bist! Und an allen neuen Zuhörer: Herzlich Willkommen!

In der letzten Folge ging es ja darum, was wir mit unseren Sinnen bei der Weinverkostung wahrnehmen und das Geschmack und Aroma zwei paar Stiefel sind, die es zu unterscheiden gilt. Heute gehen wir einen Schritt weiter: Die Key Facts dieser Episode sind die:

  • 3 grundlegenden Aroma-Kategorien:
    • Primäraromen aus der Frucht
    • Sekundäraromen aus der Weinbereitung und dem Weinausbau
    • Tertiäraromen durch die Reifung/Lagerung bzw. Alterung der Weine
  • 2 wesentliche Gründe für Holzfassausbau:
    • Reifung der Tannine (Gerbstoffe) hauptsächlich in Rotwein durch Sauerstoffkontakt (diffundiert durchs Holz)
    • Addition von zusätzlichen Aromen zur Steigerung der Komplexität (Lösung der Aromastoffe aus dem Holz)
  • Säure/Zucker-Balance, welche wichtig ist für das Geschmackserlebnis und das Mundgefühl

Um diese wesentlichen Aspekte von Weinstilen am praktischen Beispiel zu demonstrieren, verkosten wir folgende zwei Weißweine:

  1. Riesling Kabinett (kühlen!): WINTER Riesling 2017; Deutschland; 6,90€
  2. Chardonnay aus dem Holzfass (kühlen!): PIRRAMIMMA Katunga; 2017; Australien; 13,50€

Diese Zusammenhänge gelten natürlich auch für Rot- und Roséweine. Allerdings gibt es bei Weinen von blauen Trauben zusätzlich noch eigene Spezifika, die wir in der nächsten Episode (#003) am 19.01.2019 besprechen werden.

Die Buchempfehlung dieser Episode ist: “Der Weinatlas” von Hugh Johnson und Jancis Robinson (ISBN: 978-3833839573)


Der Wein der Woche ist “Meiomi, kommt aus Kalifornien, USA und ist bspw. hier zu beziehen. So sieht die Flasche aus (Instagram-Link).

Wie immer gilt: Ich freue mich über Feedback und jeden einzelnen Like – egal wo! Sollte ich etwas wichtiges an Inhalt vergessen haben, lasst es mich auch wissen. Über jeden Themenvorschlag bin ich ebenso dankbar.

In diesem Sinne: Guten Rutsch ins Neue Jahr und genußreiche Grüße aus München!

Euer Florian

(Weinakademiker | WSET Diploma in Wine and Spirits)

Links zur Folge:

Hintergrundinformationen zur Folge:

Wer in der nächsten Folge (#003 am 19.01.19) bei der Weinprobe mitmachen möchte, kauft am besten diese Weine:

  1. bei Jacques’: Salbanello rosso; 2017; Italien; Cabernet Sauvignon + Malbec; 7,–€
  2. bei Vinexus: Lopez de Haro; 2013; Spanien; Tempranillo; 10,30€

Ihr könnt aber auch ähnliche Weine, im Sinne von gleicher Herkunft und Rebsorte, am besten vom gleichen Jahrgang und ähnlicher Qualitätsstufe verwenden.

Wie angekündigt gebe ich die Weine für die Episode #005(kommt am 02.03.19!), die Ihr ebenfalls bei Vinexus beziehen könnt, bereits heute schon mal bekannt, damit Ihr eine Sammelbestellung zur Einsparung der Versandkosten tätigen könnt:

  1. Castell-Castell Silvaner QbA; 2017; Deutschland; 6,55€
  2. Castell; Casteller Kirchberg Silvaner Erste Lage; 2016; Deutschland; 13,75€
  3. Castell; Schlossberg Silvaner Großes Gewächs; 2015; Deutschland; 27€

Wein verstehen leicht gemacht #001: Wein mit allen Sinnen erleben

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Herzlich Willkommen zur ersten Folge “Wein mit allen Sinnen erleben” (#001) meines neuen Wein-Podcasts „Wein verstehen leicht gemacht!“

Ich freue mich riesig, dass Du Zeit und Lust hast, Dich mit Hilfe meiner Sendungen über Wein zu informieren. Wein soll in aller erster Linie Spaß machen. Ziel meines Podcasts ist es ja explizit, Eure Freude am Weintrinken zu erhöhen.

Als Auftakt beschreibe ich Euch, wie wir gemeinsam die Weine verkosten werden. Das Genießen von Wein ist ein Erlebnis, dass fast all unsere Sinne anspricht. Selbstverständlich sind dabei manche Sinne wichtiger als andere. Jedoch sind die meisten von uns nicht besonders gut geübt darin, den eigenen Sinnen während des Weintrinkens konzentriert zu lauschen und auch die ganz persönlichen Eindrücke in Worte zu fassen. Meiner Meinung nach ist dies aber die Voraussetzung, um den eigenen Geschmack besser kennen zu lernen und darauf aufbauend auch mehr zu experimentieren und neue Weine zu entdecken.

Die in der Folge erwähnte Vorlage Verkostungshilfe von mir findet Ihr hier. Ein Weinglas, dass gut zur Verkostung geeignet ist, sieht so aus und wird idealerweise so weit gefüllt.

Wir haben in dieser Episode folgende Weine verkostet:

Die Buchempfehlung dieser Episode ist: „Die große Hallwag Weinschule“ von Beat Koelliker (ISBN: 978-3774266964)

Die große Hallwag Weinschule

Der Wein des Monats “RAKA Biography Shiraz”  kommt aus Südafrika und ist bspw. hier zu beziehen. So sieht die Flasche aus (Instagram-Link). Der in der Folge erwähnte, berühmte Spitzen-Sauvignon Blanc “Cloudy Bay” gibt es bspw. hier.

Wie immer gilt: Ich freue mich sehr über Feedback und jeden einzelnen Like – egal wo und wie! In diesem Sinne:

Genußreiche Grüße aus München!

Euer Florian 
(Weinakademiker | WSET Diploma in Wine and Spirits)

Links zur Folge:

Hintergrundinfos zur menschlichen Wahrnehmung bei Wikipedia:

Zum Tastsinn, kann auch die Wahrnehmung der Temperatur gezählt werden, die beim Wein die wichtigste Dimension dieses Sinnes ist. Ferner erfasst man mit dem Tastsinn, der auch auf der Zunge und in der Mundhöhle vorhanden ist, auch das sog. Mündgefühl und damit den Körper des Weines und seine Viskosität

Wer bei der Weinprobe mitmachen möchte, bitte diese Weine bei Jacques‘ online oder im nächsten Depot besorgen:

  1. Riesling Kabinett (kühlen!) WINTER Riesling 2017 6,90€
  2. Chardonnay aus dem Holzfass (kühlen!) PIRRAMIMMA Katunga 2017 13,50€
  3. Rotwein Cuvée SALBANELLO Rosso 2017 7,-€